Mittendrin - Deutsche und Migranten aus Russland e.V.
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VOLK AUF DEM WEG
Nr. 11/ 2010

INTEGRATION

Reges Vereinsleben stärkt das Selbstwertgefühl

Projektarbeit in Wittenberg unter dem Motto "Mittendrin statt nur dabei"

Mittendrin statt nur dabei" (Träger "Mittendrin - Deutsche und Migranten aus Russland e.V.") heißt das neue Projekt der Deutschen aus Russland in Lutherstadt Wittenberg (Leiterin Pauline Wiedemann), das vom Land Sachsen-Anhalt (anteilig Stadt und Sparkasse Wittenberg) gefordert wird.

Es ist auf drei Jahre angelegt, läuft seit Januar 2010 und soll mit vielfältigen Angeboten in den Bereichen Sprachunterricht. Umgang mit Computertechnik und Anleitungen für Bewerbungsgespräche sowie durch Theater, Musik, Tanz und Sport die Integrationsarbeit intensivieren und zugewanderte Landsleute bewegen, aktiv an der deutschen Gesellschaft teilzuhaben. "Aufeinander zugchen, den Anderen kennen lernen, Akzeptanz und Anerkennung schatten, damit jeder sagen kann, ich fühle mich wohl in meiner neuen Heimat." Mit diesen Ansätzen wirbt Pauline Wiedemann als Vorsitzende der Ortsgruppe Lutherstadt Wittenberg der Landsmannschaft seit Jahren für ein besseres Verständnis und einen Dialog auf gleicher Augenhöhe zwischen Einheimischen und Spätaussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion. Deswegen wird auch so viel Wert auf eine intensive Zusammenarbeit der Landsmannschaft mit örtliche Institutionen und Vereinen gelegt, die in die umfassende Integrationsarbeit eingebunden sind.

Durch zahlreiche Annehme geht die Projektarbeit Schlüssclprobleme der Zuwanderer an: Benachteiligungen beim Berufseinstieg. Bcrührungsängste und interkulturelle Defizite auf beiden Seiten. Seit 1997 in Deutschland, hat die ehemalige Deutschlehrerin aus Temirtau. Kasachstan, die seit Jahren geprüfte Sozialberaterin mit Schwerpunkt Migrationssozialarbeit ist, viel bewegt. 2005 gründete Paulinc Wiedemann die Ortsgruppe Luthcrstadt Wittenberg und baute in den nachfolgenden Jahren mit tatkräftiger Unterstützung ehrenamtlicher Helfer ein reges Vereinsleben in der Begegnungsstätte der Landsmannschaft auf, die in Eigenregie auf Vordermann gebracht wurde. Im Laufe ihrer landsmannschaftlichen Projekttätigkeit ("Integrieren statt ignorieren", 2006-2009 gefordert vom Bundesministerium des Innern) konnte sie zahlreiche engagierte Landsleute für die Vereinsarbeit begeistern.

Das Erlernen und Vertiefen der deutschen Sprache steht auch im Mittelpunkt des neuen Projektes; dazu dient der Deutsch-Nachhilfeunterricht für alle Altersgruppen. Durch Schaffung von Freizeitangeboten f?ür Kinder, Jugendliche und Erwachsene in den Bereichen Theater, Musik, Tanz und Sport werden Kompetenzen und Po-tenziale gestärkt. Die Beteiligung der Zuwanderer am gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Stadt durch Einbindung der bereits geschaffenen Angebote in das örtliche Gemeinwesen fördert die Kontakte mit den einheimischen Nachbarn und die Akzeptanz der Neubürger. Das Vereinsleben wird auch im Rahmen des aktuellen Projektes weiter ausgebaut. Ehrenamtliche mit Mitirationserfahrung (heute weit über 30 Personen) werden aktiv in die Organisation und Gestaltung der Integrations- und Vereinsarbeit einbezogen, unter anderem als Leiter der ständigen Angebote. Die gesamte Woche über versammeln Interessengruppen Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche in der Begegnungsstätte. Fast gleichzeitig finden Theater- und Tanzproben statt, Schachliebhaber grübeln über ihren Brettern, und nebenan wird musiziert oder an Computern getüftelt. Es vergeht kaum ein Wochenende, an dem die Sänger, Tänzer und Schauspieler nicht unterwegs sind. Im Vereinschor, der bei vielen Veranstaltungen auftritt und zahlreiche deutsche Lieder im Repertoire hat, können die erworbenen Deutschkenntnisse vertieft werden. Die Frauengesangsgruppe "Aljonuschka" ist bei Veranstaltungen in Wit-tenberger Vereinen, in Altenheimen, bei Stadtfesten und Begegnungen von Zuwanderern und Einheimischen zu sehen. Auch die Theatergruppe gehört mittlerweile zur Kulturlandschaft der Stadt. In der hauseigenen Nähwerkstatt werden die Kostüme für die Auftritte selbst geschneidert. Regelmäßig finden Sportaktivitäten unter dem Motto "Integration durch Sport" in Kooperation mit dem Landessportbund Sachsen-Anhalt, den Schulen, der Polizei, der Diakonie und der Ruderjugend Sachsen-Anhalt statt. Viele Eltern und Kinder beteiligen sich an den Sommerspielen in Wittenberg oder am Familienfest für Frieden und Toleranz. "Ein reges Vereinsleben stärkt das Selbstwertgefühl und macht Mut, auf die Anderen zuzugehen", so Wiedemann.

VadW

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Dieses Projekt wird gefördert von: Sachen-Anhalt, Europäische Kommission, Euorpäischer Sozialfonds - INVESTION IN IHRE ZUKUNFT
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