Mittendrin - Deutsche und Migranten aus Russland e.V.
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Als Fremde unter Landsleuten

An die Geschichte der Russlanddeutschen wird bei
Gedenkveranstaltung erinnert.

VON ANIKA THEILE

WITTENBERG/MZ - Vor 70 Jahren wurde ein Erlass in Kraft gesetzt, der die Deportation der in Russland lebenden Deutschen einleitete und dadurch Unzähligen ein grauenvolles Schicksal bereitete. Um an den 70. Jahrestag der Unterdrückung der Russlanddeutschen in der Sowjetunion zu erinnern, fand am vergangenen Freitag in Wittenberg eine Gedenkveranstaltung statt.

Prominente Gäste
Der Abend, der von den Vereinen "Mittendrin - Deutsche und Migranten aus Russland" und der "Landsmannschaft der Deutschen aus Russland" organisiert wurde, war eine von vielen bundesweit stattfindenden Gedenkveranstaltungen und zentral für das Land Sachsen-Anhalt. Prominente Gäste waren vertreten, wie Pauline Wiedemann, die Vorsitzende der "Landsmannschaft der Deutschen aus Russland" in Wittenberg berichtet. So befanden sich unter ihnen Wittenbergs Bürgermeister Torsten Zugehör (parteilos), Helge Klassohn, der ehemalige Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts und der christdemokratische Bundestagsabgeordnete Ulrich Petzold.
Auf dem Veranstaltungs-Programm standen Texte und Reden zur Thematik der Deportation und den daraus resultierenden Lebensumständen der Betroffenen. Aber auch Unterhaltung gehörte dazu. Dargeboten etwa von der Wittenberger Karnevalsgesellschaft, die Tänze zeigte. Lieder und Gedichte wurden von Kindern vorgetragen. "Wir sind die Zukunft", lautete ihre Botschaft. "Die Aufgabe, hier gut Deutsch zu lernen, fällt den meisten der Übergesiedelten sehr schwer", erzählt Wiedemann, "aber die Kinder können oft schon sehr gut Deutsch."
Am 28. August 1941, kurz nach dem Beginn des Krieges zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion, wurde die Deportation der in der Sowjetunion lebenden Deutschen erlassen, die einen Racheakt für den Angriff Deutschlands darstellen sollte, hieß es an dem Abend. Damals wurde den Russlanddeutschen verboten, ihre Sprache weiterhin zu sprechen, "sie wurden ihrer Sprache beraubt", so Wiedemann. "Drüben be schimpfte man sie damals als Faschisten und Fritzen, hier in Deutschland werden sie jetzt als Russen bezeichnet, weil sie die deutsche Sprache nicht so gut beherrschen, wie es von ihnen erwartet wird." Manchen unter den Gästen, erzählt Wiedemann, traten Tränen in die Augen angesichts der bewegenden Schicksale und Geschichten, die an dem Abend beleuchtet und geschildert wurden.

Hilfe beim Zurechtfinden
Die Vereine "Mittendrin - Deutsche und Migranten aus Russland" und die "Landsmannschaft der Deutschen aus Russland" setzen sich dafür ein, zum einen den Russlanddeutschen zu helfen, sich in Deutschland zurechtzufinden und zum anderen, das Bewusstsein der einheimischen Deutschen für ihr Schicksal und ihre Geschichte zu erweitern. "Wir sind auch Deutsche", sagt Wiedemann, "wir kochen mit dem gleichen Wasser wie die Einheimischen hier." Die Veranstaltung war gut besucht: Im Saal waren so viele Leute, dass nicht genug Stühle für alle da waren. Und sie kam bei den Gästen gut an. Pauline Wiedemann: "Wir bekommen jetzt ständig Anrufe, dass es sehr schön war."

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