Mittendrin - Deutsche und Migranten aus Russland e.V.
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Mittendrin statt in der Ecke

GESELLSCHAFT Eine Ausstellung im Mittelfeld stellt ausländische Mitbürger vor, die in ihrer neuen Heimat, dem Landkreis Wittenberg, integriert sind.

VON SILVIA DAMMER

WITTENBERG/MZ - Materielle Not, Angst, Resignation, Mut, Freiheit, Glück und Abenteuer - all das sind Begriffe, die Migranten in ihrem Rucksack tragen, wenn sie in die neue Heimat Deutschland aufbrechen.
l 676 zog es laut einer Statistik aus 2009 im Laufe der Jahre in den Landkreis Wittenberg. Doch sind sie letztendlich auch angekommen? "In Deutschland angekommen..." heißt eine Ausstellung des Vereins "Mittendrin - Deutsche und Migranten aus Russland", die für drei Wochen im Berufsschulzentrum (BSZ) Im Mittelfeld zu sehen ist.

Dass ankommen und angekommen sein nicht ein und dasselbe bedeutet, erklärte Pauline Wiedemann, die Vorsitzende des Vereins in ihrer Eröffnungsrede am Montag vor den Lehrern des BSZ. Die 25 Familien und Einzelpersonen, die auf den Ausstellungstafeln in kurzen Porträts vorgestellt werden, haben ihren Lebensmittelpunkt im Landkreis Wittenberg gefunden. Man kennt Mohai Qadduri, der schon seit 42 Jahren in der Lutherstadt lebt und im evangelischen Krankenhaus Paul Gerhardt Stift arbeitet, genauso wie die Gynäkologin Irina Mühlstein, die Ärztin Irina Miller, die Warmbolds, den Restaurantbesitzer Lakhbier Singh aus Punjale oder Kamilla Abdulaev, die im BSZ ihr Fachabitur abgelegt hat. Sie und die anderen Porträtierten sollen für all diejenigen stehen, die in ihrer neuen Heimat beruflich und sozial integriert sind. "Mit der Ausstellung wollen wir zeigen, dass Leute mit Migrationshintergrund sich für ihr Land engagieren", erklärte Pauline Wiedemann die Entstehung dieses Projektes vor drei Jahren. Seit dem wurde die Ausstellung schon an verschiedenen Stellen, zum Beispiel in Schulen und in der Sparkasse, gezeigt.

Dass sie jetzt im BSZ zu sehen ist, hat seine Begründung auch darin, dass es hier zahlreiche Schüler mit Migrationshintergrund gebe, so Wiedemann. Außerdem ist das BSZ eine Europaschule. Dass sich die Schüler für die Ausstellung interessieren werden, versicherte Schulleiterin Carola Gehlhar. Schon die Kurzbiografien förderten das Interesse an den Menschen, die man "nicht als Nichtdeutsche sehen sollte". Außerdem freue es sie, unter den Vorgestellten "einige bekannte Gesichter zu sehen". Den Aufbruch in die neue Heimat, das zeigt die Broschüre zur Ausstellung, begleitet immer auch der "German Dream". Dass er sich erfüllt, hat sich der Verein zur Aufgabe gestellt und bietet zur Integration unterschiedliche Projekte an.

Da ist zum Beispiel der Deutsch-Nachhilfe-Unterricht, denn "oft sind die Sprachkurse zur Eingliederung nicht mit dem entsprechenden Erfolg beendet worden", sagt Wiedemann. "Aber in unserer Heimat sollten wir auch unsere Sprache können." In Tanz- und Theaterprojekten sowie in Sportgruppen können Migranten ihre Freizeit sinnvoll verbringen. Und nicht zuletzt gibt es da noch die Gesangsgruppe "Aljonuschka". Auch wenn die Sängerinnen und der Sänger zur Ausstellungseröffnung ihren russischen Akzent beim Singen dieses Liedes nicht ganz verbergen konnten, so spörten die Zuhörer doch deren ehrliches Bekenntnis: "Wir sind aus Sachsen-Anhalt."

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Dieses Projekt wird gefördert von: Sachen-Anhalt, Europäische Kommission, Euorpäischer Sozialfonds - INVESTION IN IHRE ZUKUNFT
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