Mittendrin - Deutsche und Migranten aus Russland e.V.
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"Nichts ist vergessen und niemand ist vergessen"

Gedenkveranstaltung in Lutherstadt Wittenberg.

VON VadW
                                                                                                   VOLK AUF DEM WEG Nr. 10/2012

Zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Kirche, von Verbänden und Vereinen verfolgten gemeinsam mit Deutschen aus Russland und einheimischen Mitbürgern aus Wittenberg und Umgebung am 31. August im voll besetzten Katharinensaal in Lutherstadt Wittenberg die Höhen und Tiefen der 250-jährigen Geschichte der Russlanddeutschen in einem eindrucksvollen Kulturprogramm.
Zu der Gedenkveranstaltung unter dem Motto "Nichts ist vergessen und niemand ist vergessen" anlässlich des 70. Jahrestages der ersten Mobilisierungen von Deutschen in die so genannte Trudarmee luden die Ortsgruppe Lutherstadt Witten-berg der Landsmannschaft und das Projekt "Mittendrin statt nur dabei!" (Verein "Mittendrin - Deutsche und Migranten aus Russland e.V.") mit der Vorsitzenden und Projektleiterin Pauline Wiedemann ein, die bei der Vorbereitung von zahlreichen Helfern unterstützt wurde.
Zu den Ehrengästen gehörten der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Christoph Bergner, der Bundestagabgeordnete Ulrich Petzold, Helge Klassohn, Kirchenpräsident i.R., Pfarrer Edgar Born, Aussiedlerbeauftragter der Evangelischen Kirche von Westfalen, Dirk Gödde, Referent für Integration, Vertriebene und Spätaussiedler der LVA Dessau, Ulrich Pfingsten, Beauftragter für Aussiedler und Migranten in Lutherstadt Wittenberg, Annette Steinkopf, Integrationskoordinatorin im Kreis Wittenberg, sowie viele andere Vertreter Wittenberger Institutionen.
Den Bundesvorstand der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland vertraten der Bundesvorsitzende Adolf Fetsch und Leontine Wacker, stellvertretende Bundesvorsitzende und Vorsitzende der Landesgruppe Baden-Württemberg. Auch viele Vertreter benachbarter Landes- und Ortsgruppen waren anwesend.
Das beeindruckende Kulturprogramm, das die Mitglieder der beiden Vereine in monatelanger Arbeit unter der Leitung von Pauline Wiedemann auf die Bühne brachten, sorgte nicht nur für eine starke emotionale Spannung, sondern machte auch betroffen und ging unter die Haut.
Den Organisatoren war es gelungen, die historischen Ereignisse der russlanddeutschen Geschichte gekonnt in das gesamte Kulturprogramm aus Musik- und Gesangsdarbietungen einzubetten und sie auch schauspielerisch umzusetzen. Angefangen mit dem Einladungsmanifest von Katharina II., das die "Zarin" persönlich vortrug, bis zum schicksalhaften 20. Jahrhundert mit zwei Weltkriegen, politischen Repressionen und Zwangsarbeit hinter Stacheldraht, die den Russlanddeutschen zahlreiche Opfer abverlangten. Den Gottesdienst gestaltete Helge Klas-sohn. Vielen, und nicht nur den Deutschen aus Russland, die diese Ereignisse persönlich erlebt haben oder von ihren Eltern kennen, sondern auch den einheimischen Gästen, standen Tränen in den Augen.
Auf die komplexe Geschichte der Russlanddeutschen gingen auch die Redner Dr. Christoph Bergner und Ulrich Petzold ein. Adolf Fetsch erinnerte daran, dass die Landsmannschaft ihre Kultur- und Geschichtsarbeit für die rund 2,8 Millionen Deutschen aus der Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten, die inzwischen in der Bundesrepublik leben, "keinesfalls allein als Brauchtumspflege oder gar als Selbstzweck betrachtet, sondern in erster Linie als Beitrag zur Festigung bzw. Wiedergewinnung der kulturellen Identität der Mitglieder einer Volksgruppe, die nach Jahrzehnten der Verfolgung und Vertreibung gerade in dieser Hinsicht enormen Nachholbedarf hat. Zu dieser Kultur- und Geschichtsarbeit gehört nicht zuletzt die Erinnerung an tragische Ereignisse, von denen unsere Landsleute im 20. Jahrhundert in der Sowjetunion Stalins heimgesucht wurden."
Musikalisch wurde das Kulturprogramm von den Chören "Aljonuschka" (Lutherstadt Wittenberg), "Raduga" (Brandenburg, Leiterin Marina Dexler) und "Rja-binuschka" (Leipzig, Leiterin Valentina Dontzova) sowie von Tatjana Saporoschez aus Köthen (Chor "Elegia") gestaltet. Bereits vorab und in der Pause konnten die Gäste ihr Wissen über die Geschichte der Russlanddeutschen anhand zweier Ausstellungen ergänzen oder korrigieren. Der Projektleiter der Landsmannschaft, Josef Schleicher, präsentierte die landsmannschaftliche Wanderausstellung, und der Verein "Mittendrin - Deutsche und Migranten aus Russland" bot die Ausstellung "In Deutschland angekommen" mit Beispielen der Integration in Wittenberg und Umgebung, die mit Unterstützung der Sparkasse Wittenberg zustande kam.
Zum Schluss erwartete die Gäste eine kulinarische Reise mit zahlreichen mitgebrachten Spezialitäten und Köstlichkeiten, zubereitet von den Frauen der Ortsgruppe Lutherstadt Wittenberg.

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